1. Münchner Go-Stadtliga:
Turnierstimmung das ganze Jahr
Mit der Münchner Go-Stadtliga wurde im Zeitraum vom 1. August 2025 bis zum 18. Januar 2026 ein neues Ligakonzept für die regionale Go-Szene erprobt. Insgesamt 24 Spielerinnen und Spieler aus München und dem Umland nahmen teil und spielten fünf Runden. Der besondere Fokus lag dabei auf Flexibilität, Eigenverantwortung und der Integration kompetitiver Partien in den bestehenden Go-Alltag.
Idee und Herkunft
Die Grundidee der Stadtliga stammt aus Leipzig, wo ein ähnliches Format bereits erfolgreich durchgeführt wurde. Ziel war es, eine regelmäßige, aber nicht zeitlich einschränkende Wettkampfstruktur zu schaffen, die sowohl Turnierspieler als auch weniger aktive Spieler anspricht.
Modus und Organisation
Die Liga wurde in vier Gruppen zu je sechs Personen aufgeteilt. Innerhalb jeder Gruppe spielte jeder gegen jeden, sodass alle Teilnehmenden auf eine überschaubare, aber sportlich sinnvolle Anzahl an Partien kamen. Die Paarungen waren fest, die Terminfindung erfolgte frei unter den Spielern. Dadurch konnten Partien flexibel geplant und gut in den individuellen Alltag integriert werden.
Gespielt wurde mit einer Bedenkzeit von 45 Minuten plus 5×30 Sekunden japanischem Byoyomi, wodurch ernsthafte Turnierpartien ermöglicht wurden, ohne den zeitlichen Rahmen zu sprengen. Die Organisation der Liga lag vollständig bei Gideon. Der organisatorische Aufwand beschränkte sich bewusst auf das Wesentliche: das Erstellen und Pflegen der Tabellen sowie eine kurze monatliche Rundmail an alle Teilnehmenden.
Die Spiele fanden an sehr unterschiedlichen Orten statt: bei regulären Spieleabenden oder privat im Wohnzimmer. Den größten Anteil machten dabei klar die bestehenden Spieleabende aus, die durch die Ligapartien eine zusätzliche kompetitive Note erhielten.
Ergebnisse und Wirkung
Das Ergebnis der ersten Saison war in vielerlei Hinsicht sehr positiv. Insgesamt wurden 58 von 60 möglichen Partien gespielt.
Besonders erfreulich war, dass auch Dan-Spieler, die lange auf keinem Turnier mehr gewesen waren, wieder regelmäßig kompetitive Partien spielten. Gleichzeitig trug die Stadtliga dazu bei, die Münchner Szene stärker zu vernetzen: Spieler, die sich zuvor kaum oder gar nicht kannten, trafen nun regelmäßig aufeinander. Die Ergebnisse der Partien wurden zudem in die EGD eingetragen, sodass die Spiele auch offiziell gewertet wurden.
Ergebnisse in der EGD: T250801B
Ausblick
Eine zweite Saison der Münchner Go-Stadtliga startet im März. Aufgrund der insgesamt sehr positiven Rückmeldungen wird der Modus größtenteils unverändert bleiben. Anmelden können sich Spieler hier.
Die erste Saison hat gezeigt, dass flexible Ligakonzepte ein wirksames Mittel sein können, um kompetitives Go nachhaltig in den regionalen Spielbetrieb zu integrieren – und der Münchner Szene neue Impulse zu geben.
Gideon Schafroth




